Wie kann Impotenz behandelt werden?

Körperlich ("organisch") bedingte Impotenz wird also meistens von einer unzureichenden Blutzufuhr zum Penis oder aber einer zu schnellen Ableitung des versorgenden Blutes verursacht. In seltenen Fällen kann die Ursache eine Nervenverletzung sein.

 

Seelisch bedingte ("psychogene") Impotenz dagegen rührt meistens von Versagensangst her, von der Angst, "im entscheidenden Moment" nicht zu können ...

 

Wenn die Impotenz mit der Einnahme bestimmter Arzneimittel zu tun hat, kann man versuchen, diese Arzneimittel durch andere zu ersetzen, die keine Erektionsstörungen verursachen.

 

Diabetespatienten beobachten häufig eine Verbesserung ihrer Erektion, nachdem sie ihre Zuckerwerte ins Gleichgewicht gebracht haben.

 

Eine verminderte "Libido" (fehlende Lust auf Sex) kann oft durch Einnahme bestimmter Arzneimittel gesteigert werden. Es ist jedoch gefährlich, diese Arzneimittel auf eigene Faust einzunehmen: Mitunter beinhalten diese Arzneimittel männliche Hormone. Eine derartige Behandlung kann sogar gefährlich sein: Ein hormonsensitiver Prostatakrebs kann zu wachsen beginnen und Symptome zeigen!

 

Es stehen für Arzt und Patient vier Behandlungsmethoden für die Impotenz zur Verfügung:

 

  • Akzeptanz der Situation
    Dies ist natürlich nicht immer so einfach; man muss sich klar machen, dass Erektionen weniger häufig vorkommen und letztendlich ganz ausbleiben, wenn man älter wird.

 

  • Intrakavernöse Injektionen
    Es geht hier um Spritzen in die Schwellkörper des Penis.
    An der Peniswurzel wird mit einer sehr dünnen Nadel ein Gefäß erweiterndes Mittel eingespritzt. Dieses Mittel sorgt für eine maximale Öffnung der Adern, sodass der Penis maximal durchblutet wird. Dies führt zu einer guten Erektion. Sollte die Erektion nach der ersten Spritze nicht stark genug sein, müssen Sie noch nicht in Panik geraten! Oft muss erst die Dosis gefunden werden, die für Sie richtig ist. Man beginnt immer mit einer mittleren Dosis, die nach Bedarf erhöht oder gesenkt werden kann.

    Manchmal kann man nach einer gewissen Zeit mit den Injektionen aufhören, ohne dass die Erektionen schlechter werden. Der Grund dafür ist, dass die Adern durch die Injektionen wieder geschmeidig werden: Eine gute Durchblutung gibt den Blutgefäßwänden ihre Geschmeidigkeit zurück.

    Dieses Medikament kann bei einigen Patienten auch über die Harnröhre verabreicht werden

 

  • Vakuumpumpe
    Man kann die Schwellkörper des Penis auch mit Blut voll saugen. Dafür gibt es auf dem Markt spezielle Geräte, die aus einem Plastikzylinder, einer Saugpumpe und einem Schließring aus Gummi bestehen. Man setzt den Zylinder auf den Penis und saugt mit der Pumpe die Luft aus dem Raum um den Penis. Dadurch entsteht ein negativer Druck (Vakuum) um den Penis und das Blut wird in die Schwellkörper gesogen. Sobald der Penis ordentlich steif ist, schiebt man einen Gummiring über die Peniswurzel, sodass das Blut in den Schwellkörpern eingeschlossen bleibt, solange man Verkehr haben möchte. Der Nachteil besteht allerdings darin, dass der Penis an der Wurzel steif ist, die Wurzel selbst aber hinter dem Ring schlaff ist und der Penis daher zwar steif ist, aber nach unten hängt (anstelle aufrecht zu stehen). Da es keine Durchblutung gibt, fühlt sich der Penis auch gewissermaßen kalt an und sieht ziemlich bläulich aus. Der Gummiring kann maximal 30 Minuten angelegt bleiben.

 

  • Erektionsprothese
    In den Schwellkörpern lassen sich mit einer Operation auch gut künstliche Schwellkörper ("Prothese") einsetzen, die man mit einer Pumpe im Hodensack aufpumpen kann. Dabei wird Wasser aus einem Ballon in die Prothese gesogen. Dieser Ballon wird im unteren Bauchbereich implantiert. Man bekommt auf diese Weise eine Erektion, die man beendet, indem man nochmals die Pumpe betätigt, wodurch die Prothese in den Ballon leer läuft.

    Der Nachteil ist auf jeden Fall der Preis dieser Erektionsprothesen: Die günstigsten und (weniger guten) Modelle kosten zwischen 1239 Euro und 2478 Euro (keine Erstattung durch die Krankenkassen), die teureren Modelle mehr als 2478 Euro (auch hier keine Erstattung durch die Krankenkassen). Diese Art Operation wird nur als letztmögliche Alternative durchgeführt, da die natürlichen Schwellkörper nach dem Einsetzen der Prothese völlig ausgeräumt sind. Es gibt also keinen Weg zurück!